Früh übt sich für den besten Start ins Leben

Gelebte Inklusion ist gerade im Kindesalter von großer Bedeutung, weil sie die Grundlage für ein gleichberechtigtes und vorurteilsfreies Miteinander schafft. Die Stiftung Haus Hall hat mit dem kompletten Neubau eines inklusiven Kinderzentrums in Coesfeld die Voraussetzungen für die optimale Entwicklung von Kids mit und ohne Behinderung geschaffen. Gleichzeitig wurde das soziale Gefüge eines ganzen Stadtteils positiv verändert.

Ältere Frau und kleines Kind basteln zusammen an einem Tisch im inklusiven Kinderzentrum.

Für die Kleinen groß angelegt

Das neue inklusive Kinderzentrum wurde 2021 eröffnet. Es ist mit über 2.000 m2 Nutzfläche sehr großzügig gestaltet und bietet Platz für 108 Kinder mit und ohne Behinderung in einer Kindertagestätte sowie für eine Interdisziplinäre Frühförderstelle. Die komplette Anlage wurde ebenerdig gebaut und ist somit zu 100 Prozent barrierefrei. 
Es gibt einen Außenspielbereich, eine Turnhalle, diverse Gruppen- und Therapieräume, eine Mensa und hauseigene Pflanzenbeete, die wie der nahegelegene Wald erlebnisorientiert in die Gestaltung des Lernalltags mit einbezogen werden. 

Alles unter einem Dach 

Fast zwei Jahre lang pendelte Melanie Daum mehrmals wöchentlich fast 30 Kilometer zwischen logopädischer Praxis und der Kindertagesstätte für ihren Sohn Max. Mit der Eröffnung des Integrativen Familienzentrums Mose in Coesfeld nahm die lästige Fahrerei ein Ende. Und nicht nur das: Der inzwischen fünfjährige Max findet im Kinderzentrum nicht nur fachgerechte Unterstützung in seiner Sprachentwicklung, sondern auch zahllose Spiel- und Lernmöglichkeiten für eine gezielte Frühförderung seiner Fähigkeiten

Stiftung Haus Hall
Caritasverband für die Diözese Münster e.V.
Invest/Steine
2021
700.000€
Kleiner Junge balanciert mit einem Ball in der Hand auf einem Spielgerät im inklusiven Kinderzentrum.
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So wie Melanie Daum sind viele Eltern in Coesfeld dankbar für die integrativen Angebote der Stiftung Haus Hall. Mit dem neuen Angebot hat sie im wahrsten Sinne des Wortes Raum dafür geschaffen, auch Kinder mit schweren Beeinträchtigungen in einem inklusiven Lebensumfeld individuell betreuen zu können. Hierfür stehen im Familienzentrum Mose diverse Therapieräume und selbstverständlich das entsprechende Fachpersonal zur Verfügung − darunter Erzieher-/innen, Heilpädagog-/innen, Logopäd-/innen sowie Ergo- und Physiotherapeut-/innen. 
Die interdisziplinäre Frühförderung setzt bei allen Kindern an, die einen entsprechenden Bedarf haben, sei es durch Entwicklungsverzögerungen oder Sprachschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten oder chronische Erkrankungen und in Coesfeld oder in den umliegenden Gemeinden leben. Pro Woche nehmen rund 200 Kinder die Frühförderung in Anspruch.

Für Kinder mit Einwanderungsgeschichte gibt es darüber hinaus eine Sprachförderung, die einen wichtigen Beitrag zur gelungenen Integration leistet. 

„In unserem integrativen Familienzentrum können wir auch Kinder mit schweren Behinderungen voll in das normale Kita-Leben integrieren.“

Thomas Bröcheler, Geschäftsführer Stiftung Haus Hall

Inklusion und Innovation

Bilden, Erziehen und Betreuen von Kindern mit und ohne Behinderung sollen in den Kinder- und Frühförderstätten der Stiftung Hall eine Einheit bilden. Dies kann nur dann gelingen, wenn die baulichen Gegebenheiten, behördlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Voraussetzungen stimmen. Mit dem inklusiven Kinderzentrum ist man diesem Anspruch räumlich wie personell vollkommen gerecht geworden. Die Einrichtung ist auch ein erster Anlaufpunkt für alle Eltern, die Beratung, Hilfe und Unterstützung zur Entwicklung ihres Kindes suchen. Ein Elterntreff sorgt für einen lebhaften Austausch von Erfahrungen und Ideen. Auch außerhalb der Öffnungszeiten bietet das Zentrum Raum für inklusive Angebote sowie Kurse und Fortbildungen. 

Zwei lachende Kinder posieren fröhlich für die Kamera im Kinderzentrum.

Die Stiftung Haus Hall in Coesfeld wurde bereits 1855 gegründet und zählt heute fast 2.000 Mitarbeitende. Man engagiert sich vorrangig für Kinder und Menschen mit Behinderung und verfolgt dabei konsequent den Inklusionsgedanken. So auch beim Neubau des Kinderzentrums in Coesfeld. Es dient als Vorbild für zukünftige Projekte, die inklusive Kinderbetreuung und gezielte Frühförderung aus einer Hand anbieten. Die SozialstiftungNRW hat sich mit 700.000 Euro an der Planung, dem Bau und der Inneneinrichtung beteiligt.