Projekt des Monats Mai: KomiN – Kompetenz im Netz

Das Projekt stärkt die Medienkompetenz von Mädchen mit Behinderung und unterstützt sie bei einem sicheren Umgang mit digitalen Medien.

Wer wir sind?

Das Frauenforum im Kreis Unna e. V. setzt sich für die Stärkung von Frauen und Mädchen sowie für Geschlechtergerechtigkeit ein. Mit Angeboten wie Frauenhaus, Frauen- und Mädchenberatungsstelle, Wohnungsnotfallhilfe sowie Präventions- und Bildungsarbeit unterstützt der Verein seit 40 Jahren Frauen in Krisensituationen, macht Gewalt gegen Frauen sichtbar und stärkt Betroffene auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Was wir vorhaben?

Karten mit Logos verschiedener sozialer Plattformen und Fragen dazu.
Copyright: Frauenforum im Kreis Unna e.V.
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Mit dem Projekt „KomiN – Kompetent im Netz“ möchten wir die Medienkompetenz von Mädchen mit Behinderung stärken und sie im sicheren Umgang mit digitalen Medien unterstützen. Im Pilotprojekt arbeiten wir mit Schülerinnen aus Förderschulen mit den Schwerpunkten Lernen (L) sowie emotionale und soziale Entwicklung (ESE). Ziel ist es, ihre Handlungssicherheit im digitalen Raum zu erhöhen, Schutzstrategien zu vermitteln und das Risiko digitaler (sexualisierter) Gewalt zu reduzieren.

Gemeinsam mit den Schülerinnen ermitteln wir ihre Erfahrungen, Nutzungsweisen und Unterstützungsbedarfe im digitalen Alltag. Auf dieser Grundlage entwickeln und erproben wir passgenaue Präventions- und Informationsangebote.

Wer profitiert?

Von KomiN profitieren vor allem Mädchen mit Behinderung, die digitale Medien selbstverständlich nutzen, dabei aber häufig nur wenig Unterstützung im sicheren und selbstbestimmten Umgang im Netz erhalten. Insbesondere im Bereich digitaler (sexualisierter) Gewalt besteht ein erhöhtes Risiko und ein hoher Unterstützungsbedarf. Darüber hinaus richtet sich das Projekt an schulische Fachkräfte und Eltern. Sie sollen für digitale Gewalt sensibilisiert werden und erhalten Impulse, wie sie Risiken erkennen, Mädchen begleiten und im Ernstfall unterstützen können.

Was passiert im Moment?

KomiN hat die Pilotphase mit fachlicher Grundlagenarbeit und partizipativer Bedarfserhebung abgeschlossen. Dabei haben wir interaktive Workshop-Formate entwickelt sowie barrierearme, niedrigschwellige Materialien erstellt.

Die Ergebnisse zeigen deutlich den Bedarf an niedrigschwelligen, praxisnahen Präventionsangeboten. Auf dieser Grundlage entwickeln wir die nächsten Projektbausteine gemeinsam mit der Zielgruppe weiter.

Unser Learning bis hierher / Uns hat überrascht:

Viele der Mädchen nutzen klassische Informationsangebote wie Websites kaum und bewegen sich überwiegend in sozialen Netzwerken. Gleichzeitig zeigt sich ein hoher Unterstützungsbedarf und ein teilweise geringes Gefahrenbewusstsein im Umgang mit digitalen Risiken.

Zudem gibt es bislang zu wenig niedrigschwellige Präventions- und Informationsangebote für Jugendliche mit Behinderung. Besonders zu Themen wie digitaler (sexualisierter) Gewalt, Datenschutz und sicherer Kommunikation besteht Bedarf an verständlichen, barrierearmen Materialien. Social Media erweist sich dabei als zentraler Zugang zur Zielgruppe.

Wir bieten/suchen:

An Erfahrung bieten wir:
Wir teilen gerne unsere Erfahrungen aus der partizipativen Arbeit mit Mädchen mit Behinderung sowie aus der praktischen Bedarfserhebung dazu, wie Jugendliche digitale Medien nutzen, welche Risiken sie erleben und welche Zugänge für Prävention funktionieren – und welche weniger. 
Darüber hinaus bringen wir die Perspektive eines multiprofessionellen Teams aus Projektmanagement, Erziehungswissenschaft, Sozialer Arbeit, systemischer Beratung und Pädagogik ein sowie Expertise in geschlechtsspezifischer Gewaltprävention.

Im Netzwerk suchen wir: 
Wir freuen uns über den Austausch mit Projekten, die Erfahrungen mit inklusiven Bildungsformaten für junge Menschen haben. Besonders interessieren uns Ansätze zur Ansprache von Jugendlichen im digitalen Raum, zur Prävention digitaler (sexualisierter) Gewalt sowie zur Entwicklung barrierearmer und verständlicher Materialien.

Darüber hinaus suchen wir Impulse zur Weiterentwicklung zielgruppengerechter Präventionsangebote, insbesondere zu Methoden der Gewaltprävention.