Die Mediencooperative Steinfurt e.V. ist ein Verein der Kinder- und Jugendarbeit. Neben den klassischen Feldern der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA), Schulsozialarbeit, Präventionsarbeit, internationalen Jugendarbeit und der Koordinierung eines Freiwilligendienstes sind wir auch im Bereich der Medienbildungsarbeit aktiv. Weitere Informationen zu uns finden sie auf unserer Internetseite.
Wer wir sind?
Was wir vorhaben?
Mit unserem umgebauten Anhänger, dem „MediaLab on Wheels“ fahren wir zu den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 27 Jahren, um ihnen niedrigschwellige Angebote zu Medienpädagogik und MINT-Themen zu machen. So schaffen wir Räume, in denen Kinder- und Jugendliche es lernen, sich mit der digitalen Lebenswelt kritisch auseinanderzusetzen. Hierzu bieten wir Workshops an, die die digitale Souveränität in sozialen Medien, Videoplattformen oder in Online-Games stärken. Zusätzlich nutzen wir bereitgestellte digitale Endgeräte, 3 D Drucker und Lasercutter, um das Interesse zu wecken, sich tiefergehend mit diesen Geräten auseinanderzusetzen. Gleichzeitig schaffen wir informelle Lernräume, in denen jungen Menschen ihre Erfahrungen einbringen und ausbauen können, um gemeinsam Erlebnisse zu schaffen, Kompetenzen zu trainieren und Wissen vermitteln zu können. Wir planen weitere solcher Lernräume zu gestalten, in denen die jungen Menschen Ausprobier- und Erfahrungsmöglichkeiten bekommen.
Wer profitiert?
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in den vier angebundenen Kommunen profitieren gleichermaßen: Die Mobilität in ländlichen Strukturen ist oft ausbaufähig. „MediaLab on Wheels“ gibt ihnen die Chance Angebote und Workshops direkt vor Ort in ihrer Kommune wahrzunehmen. Die 15-jährigen Lisa und Tom nehmen an unserem Bildungsangebot teil. Beide nutzen Social Media und Online-Gaming. Die Nutzung der beiden ist überwiegend konsumorientiert. Reflexion über Algorithmen, Datenschutz, Meinungsbildung hinter den verschiedenen Plattformen findet bisher kaum statt. Gemeinsam erarbeiten wir Inhalte, die die Welt der Influencer kritisch hinterfragt, wirtschaftliche Interessen zeigt und den Einfluss der Inhalte auf das eigene Selbstbild hinterfragt. Weiterhin beschäftigen die beiden sich mit Käufen in Videospielen, Lootboxen (kostenpflichtige Upgrades der Ausrüstung) und toxischem Verhalten in den Chats der Spiele. Sie tauschen ihre Erfahrungen aus und entwickeln in der Gruppe ein Bewusstsein über die Mechaniken hinter den Plattformen. So gelangen sie von der Konsumorientierung hin zu einem reflektierten, verantwortungsbewussten und kritischen Umgang mit den Plattformen.
Was passiert im Moment?
Bisher haben wir Workshops zum Thema „sicherer Umgang im Netz“ gemacht. Dabei haben die Teilnehmenden ihren Sozialraum digital nachgebaut und Lieblingsplätze mit einer 360-Grad-Kamera abgebildet. Diesen konnten sie später digital nach ihren Wünschen gestalten. In einem weiteren Projekt haben wir gemeinsam mit Kindern- und Jugendlichen das „Licht der Demokratie“ initiiert und es den (lokal)politischen Akteuren überreicht. Die Kinder und Jugendliche haben sich dazu mit den Gefahren für die Demokratie im digitalen Raum auseinandergesetzt und diese Bedrohung durch das selbst gefertigte Licht zurückgeholt in die analoge Welt. Indem sie Lokalpolitikern dieses Licht überreicht haben, haben sie gleichzeitig Selbstwirksamkeit erfahren. In den kommenden Monaten werden wir weitere Workshops zur Medienbildung organisieren, um den jungen Menschen souveräne Handlungsalternativen im digitalen Raum anbieten zu können. Wir wollen weiter die Neugierde unserer Teilnehmenden wecken, und weiter lebensweltorientierte Inputs liefern.
Unsere Learning bis hierher / Uns hat überrascht:
Die medienpädagogischen Methoden, die wir im Projektzeitraum bisher anwenden konnten, sind ein wirksamer Hebel für niedrigschwellige, lebensweltliche Bildungsangebote, die die jungen Menschen befähigt sicherer und souveräner in der digitalen Welt aufzutreten. Die kreativen Angebote des MINT-Bereichs schlägt eine Brücke zwischen der Lebenswelt der jungen Menschen und dem Technikverständnis.
Aufgrund von diversen individuellen Lebenslagen gelingt die Medienbildung nur, wenn wir entsprechende Endgeräte nachhaltig und strukturell mitdenken, damit die digitale Teilhabe real möglich wird. Die Ressourcen- und Zeitplanung muss dabei gut abgestimmt sein, um dem durch die vier teilnehmenden Kommunen erhöhten Aufwand gerecht zu werden.
Die Durchführung eines zeitlich begrenzten Projekts ist gut für die Pilotierung der Idee. Um eine stabile Verankerung in der lokalen Bildungslandschaft zu erreichen, braucht es aber Zeit, damit unser Projekt auch nachhaltig wirksam wird.
Wir bieten/suchen:
An Erfahrung bieten wir:
- Fähigkeit sich an lokale Strukturen und Bedarfe anzupassen
- lebendiges Gestalten von nachhaltigen, informellen Lernprozessen
- zielgruppenspezifische und partizipative Ansprache
Im Netzwerk suchen wir:
- Nachhaltige Wirkung durch Multiplikator:innen
- Good Practise Beispiele zur digitalen Teilhabe
- Kooperationspartner Bildungsangebote
- Transfer und Verstetigung von erfolgreichen Projektbausteinen in der Zukunft