Sprachbegabte Betten und löffelnde Roboter

Bundesweit einzigartiges Vorhaben für Assistive Technik zeigt Wirkung.

Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz eröffnen ganz neue Chancen – sowohl für Menschen mit Behinderung als auch für die Zukunft der Pflege. Doch bislang werden diese Möglichkeiten Assistiver Technik nur wenig genutzt. Das ändert die SozialstiftungNRW derzeit mit dem bundesweit einzigartigen Verbundvorhaben „Assistive Technik im Wohnen in der Eingliederungshilfe“. Die Erprobung der neuen Technologien in zehn Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung zeigt Wirkung.

Pressemitteilung |

Düsseldorf. Assistive Technik ermöglicht Menschen mit Behinderung mehr Selbständigkeit und kann zugleich die Fachkräfte entlasten. Die SozialstiftungNRW bringt die neuen Technologien mit einem bundesweit einzigartigen Verbundvorhaben in die Praxis. „Die ersten Erfahrungen mit dem Einsatz Assistiver Technik zeigen Wirkung. Wir sehen, dass Menschen mit Behinderung ganz konkret profitieren, indem sie ihren Alltag eigenständiger gestalten können,“ stellt der Stiftungsratsvorsitzende der SozialstiftungNRW, Marco Schmitz, MdL, fest. „Mitarbeitende beteiligter Wohneinrichtungen berichten, dass die neue Technik sie zeitlich entlastet.“

Erprobt werden die neuen technischen Lösungen derzeit in Wohneinrichtungen für Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung von zehn Trägern der Freien Wohlfahrt in Nordkirchen, Ochtrup, Sundern, Mönchengladbach, Euskirchen, Düren, Oberhausen, Gelsenkirchen, Bielefeld, Brakel, Nettetal und Olpe. Insgesamt 1,75 Millionen Euro stellt die Stiftung für die Projekte zur Verfügung.

Eigenständig essen dank Roboterarm

Getestet werden etwa Sprachassistenzsysteme. Sie können zum Beispiel per Zuruf Türen öffnen, Kopf- oder Fußteile an Betten verstellen, aber auch Informationen bereitstellen – von den Tagesplänen der Einrichtung bis hin zu Wetterdiensten. Ein anderes Beispiel: Sensoren ermöglichen den Menschen mehr Freiraum und erhöhen zugleich ihre Sicherheit, indem sie etwa bei epileptischen Anfällen sofort Hilfe anfordern. Mit Unterstützung eines Roboterarms können zum Beispiel Menschen mit mit gelähmten Armen erstmals wieder selbständig essen.

Die neue Technologie wird aber auch eingesetzt, um das Pflegepersonal zu entlasten, damit mehr Zeit für den direkten Kontakt zu den Menschen bleibt. So wird unter anderem eine KI-gestützte Dienstplanung getestet, die den Einsatz des Personals optimiert. Der Gebrauch von rückenschonenden Exoskeletten sorgt vor, damit Pflegekräfte ihren Beruf nicht aufgrund körperlicher Beschwerden aufgeben müssen.

Fragen des Datenschutzes und der Ethik werden mitgedacht

Moderne Technologien bedeuten Fortschritt, schaffen aber zugleich neue Herausforderungen. Wie können bei der Verwendung von KI die Daten der Menschen geschützt werden? Und wie kann sichergestellt werden, dass Menschen – vor allem jene mit geistiger Behinderung - die neuen Techniken gut informiert und selbstbestimmt nutzen? Lösungen für diese Fragen zu finden, war von Beginn an Teil des Verbundvorhabens. Dafür sorgt auch die wissenschaftliche Begleitung des Anfang 2025 gestarteten zweijährigen Vorhabens: Prof. Berhard Breil (Gesundheitsinformatik) und Prof. Edwin Naroska (technische Informatik) von der Hochschule Niederrhein sowie Prof. Kathrin Römisch (Heilpädagogik und Inklusion) von der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe.

Hintergrundinformationen zum Thema, Interviews und eine Reportage finden Sie frei zum Abdruck in unserem Medien-Kit im Pressebereich unserer Website. Medienvertretern vermitteln wir gerne Gesprächspartner der SozialstiftungNRW und der Standorte des Verbundvorhabens. Kontaktieren Sie uns unter: presse@sw.nrw.de

Die zehn Träger des Verbundvorhabens bieten mehr als 20 Prozent des Marktes der Besonderen Wohnformen in Nordrhein-Westfalen an:

  • Sozialwerk St. Georg, Gelsenkirchen (Projekt-Koordination)
  • DRK Soziale Einrichtungen des Kreisverbandes Steinfurt
  • Josefsheim gGmbH, Olsberg
  • Hephata Leben gemeinnützige GmbH, Mönchengladbach
  • Rheinischer Blindenfürsorgeverein 1886, Düren
  • Caritasverband für den Kreis Coesfeld
  • Stiftung Bethel, Bielefeld
  • Alsbachtal gGmbH, Oberhausen
  • Lebenshilfe Brakel Wohnen Bildung Freizeit gGmbH
  • Lebenshilfe Wohnen NRW gGmbH, Wuppertal

 

Informationen zur SozialstiftungNRW:

Die SozialstiftungNRW – mit gesetzlichem Namen Stiftung Wohlfahrtspflege NRW – ist eine Stiftung öffentlichen Rechts des Landes Nordrhein-Westfalen. 1974 als Sozialstiftung gegründet, erhält sie jährlich 24,5 Millionen Euro aus den Erlösen der Spielbanken in Nordrhein-Westfalen sowie rund 1,1 Millionen Euro aus den Lotterie- und Wetteinnahmen. Damit finanziert sie soziale Projekte der gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrtspflege und ermöglicht die Umsetzung innovativer Ideen. Bis heute hat sie rund 8.700 Vorhaben mit einer Fördersumme von einer Milliarde Euro unterstützt. Über die Auswahl der Projekte entscheidet der zehnköpfige Stiftungsrat. Er besteht zur Hälfte aus Parlamentariern, die vom NRW-Landtag entsandt werden. Jeweils zwei Mitglieder stellen die Spitzenverbände in der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege NRW sowie das Sozialministerium. Ein weiteres Mitglied stellt das Finanzministerium.

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