SozialstiftungNRW fördert vielfältige Gesellschaft

Projekte in Köln und Dortmund bringen Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen.

Pressemitteilung |

Die SozialstiftungNRW engagiert sich mit ihrem Sonderprogramm "Förderung vielfältige Gesellschaft" aktiv gegen Diskriminierung und für ein gleichberechtigtes Zusammenleben verschiedener Gesellschaftsgruppen. Beispielhaft dafür sind ein Ehrenamtsprojekt an einem sozialen Brennpunkt in Dortmund und ein integratives Kulturangebot für Jugendliche in Köln.

Dortmund / Köln. Sind Menschen in einem sozialen Brennpunkt-Viertel bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren? "Ja, viele wollen etwas für andere tun", beobachtet Silvia Koslowski. Die Projektleiterin der "NachbarBude", ein Treffpunkt in der Dortmunder Nordstadt, macht jedoch die Erfahrung, dass mangelndes Selbstbewusstsein oder kulturelle Barrieren oft den Kontakt unter den Menschen in dem multinationalen Viertel verhindern. Dem SKM-Katholischer Verein für soziale Dienste in Dortmund ist es dennoch gelungen, an der "NachbarBude", einem zur Anlaufstelle umgestalteten Bauwagen, eine Börse für Nachbarschaftshilfe zu initiieren. Nun baut der SKM das freiwillige Engagement der Menschen im Nordmarktquartier weiter aus.

Menschen unterschiedlicher Herkunft begegnen sich durch Nachbarschaftshilfe

Das Projekt "Budenfreunde – Deine Vielfalt. Deine Power" will gezielt Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion zusammenbringen. "Es begegnen sich Menschen, die normalerweise nie miteinander in Kontakt treten würden", sagt SKM-Geschäftsführer Alwin Buddenkotte. Zum Beispiel, indem sie für andere Einkäufe machen, kleine Reparaturen im Haushalt erledigen oder Unterstützung bei Online-Buchungen leisten. Zugleich bekommen die Menschen die Chance, durch das ehrenamtliche Engagement ihre Fähigkeiten zu entdecken. Um das Projekt ans Laufen zu bringen, braucht es Begleitung und organisatorische Unterstützung. DieSozialstiftungNRW fördert das auf drei Jahre angelegte Vorhaben mit 631.000 Euro.

Jugendliche als kulturelle Integrations-Botschafter in Köln 

Das Projekt "Brückenräume und Begegnungsorte – Vielfältige Gesellschaft" des LATIBUL Theater- & Zirkuspädagogischen Zentrums in Köln will spezielle Angebote schaffen, die Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 21 Jahren unterschiedlicher Herkunft, geschlechtlicher Identität sowie mit und ohne Behinderung ansprechen. Und das mit einem neuen Ansatz: Langjährige jugendliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Theater- und Zirkusworkshops des LATIBUL setzen sich mit dem Thema Vielfalt auseinander. Mit pädagogischer Unterstützung entwickeln sie Angebote für entsprechende Zielgruppen. "Viele von ihnen sind schon lange dabei und sind bereits selbst Übungsleiter", erklärt die Geschäftsführerin und Künstlerische Leiterin Éva Adorján. Als eine Art Botschafter des LATIBUL werden die jungen Leute dann Workshops mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und Identität in der Stadt abhalten. Aus den verschiedenen Angebotsformaten soll dann im weiteren Verlauf des Projekts eine abendfüllende, künstlerische Produktion entstehen, etwa Theater- oder Zirkusvorstellungen, ein Kurzfilm oder eine Choreografie. Das Projekt schließt mit einem dreitägigen öffentlichen Festival auf dem Gelände des LATIBUL in Köln-Riehl zum Thema "Vielfalt und Miteinander" ab. Die SozialstiftungNRW unterstützt das dreijährige Vorhaben mit 459.900 Euro.

Mit der "Förderung vielfältige Gesellschaft" trägt die SozialstiftungNRW dazu bei, die im Grundgesetz festgeschriebenen gesellschaftlichen Werte zu festigen: Alle haben die gleichen Rechte und werden gleich geachtet. Dazu braucht es spezifische Angebote, die Menschen erkennen lassen, was die gemeinsamen Grundwerte bedeuten und wie ihr eigenes Handeln dazu beiträgt, sie zu wahren.

Zum Hintergrund:

Informationen zur SozialstiftungNRW

Die SozialstiftungNRW – mit gesetzlichem Namen Stiftung Wohlfahrtspflege NRW – ist eine Stiftung öffentlichen Rechts des Landes Nordrhein-Westfalen. 1974 als Sozialstiftung gegründet, erhält sie jährlich 24,5 Millionen Euro aus den Erlösen der Spielbanken in Nordrhein-Westfalen sowie rund 1,1 Millionen Euro aus den Lotterie- und Wetteinnahmen. Damit finanziert sie soziale Projekte der gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrtspflege und ermöglicht die Umsetzung innovativer Ideen. Bis heute hat sie rund 8.700 Vorhaben mit einer Fördersumme von einer Milliarde Euro unterstützt. Über die Auswahl der Projekte entscheidet der zehnköpfige Stiftungsrat. Er besteht zur Hälfte aus Parlamentariern, die vom NRW-Landtag entsandt werden. Jeweils zwei Mitglieder stellen die Spitzenverbände in der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege NRW sowie die zuständigen Landesministerien.