Der Safer Internet Day am 10. Februar macht auf die Gefahren für Kinder und Jugendliche im Netz aufmerksam. Studien belegen, dass junge Menschen online immer öfter mit Fake News oder Beleidigungen konfrontiert sind. Die SozialstiftungNRW fördert deshalb gezielt modellhafte Lösungen, die diesem gefährlichen Trend entgegenwirken. Projekte wie „SafeSurf“ in Köln oder „TESDIGO“ im Kreis Wesel und in Krefeld sind in Schulen sehr gefragt.
Köln/Krefeld/Wesel. Mehr als zwei Drittel der Jugendlichen sind im Internet mit Beleidigungen oder Fake News konfrontiert. Das fand die Ende vergangenen Jahres veröffentlichte JIM-Studie heraus. Zugleich stellen Pädagoginnen und Pädagogen häufig fest, dass junge Menschen wenig Bewusstsein für die Gefahren im Netz haben und nicht wissen, wie sie sich schützen können. Hier setzt das Projekt „SafeSurf – sichere Teilhabe in digitalen Räumen“ des Caritasverbandes für die Stadt Köln an, das die SozialstiftungNRW mit knapp 99.000 Euro fördert. Es bietet Schulen und Jugendeinrichtungen Workshops zu Themen wie Cyber-Mobbing und Cyber-Grooming, digitale Abzocke oder Fakes im Netz an. Zielgruppe sind junge Menschen im Alter von 13 bis 21 Jahren, die unter benachteiligenden Bedingungen aufwachsen.
„Projekt hat einen Nerv getroffen“
„Das Projekt hat gezündet. Wir haben damit einen Nerv getroffenf“, berichtet Claudia Metternich, Leiterin des Leistungsbereichs Jugend und berufliche Integration bei der Caritas Köln. Die Nachfrage sei so groß gewesen, dass es eine Warteliste gebe. Innerhalb eines Jahres seien in 21 Workshops rund 250 Jugendliche erreicht worden. Gefragt seien vor allem Workshops zu den Themen Fake News und Cyber Grooming, aber auch zu KI und personenbezogenen Daten im Netz. Die Jugendlichen lernen zum Beispiel in Quizz-Spielen den Unterschied zwischen KI-generierten und echten Fotos. Oder sie arbeiten mit einem Recherchetool zur Erkennung von Fake News. Lehrerinnen und Lehrer lobten an dem Programm vor allem die schülergerechte Vermittlung des Themas auf Augenhöhe, sagt Projektleiter Raoul Braus.
Digitaler Führerschein für Grundschulkinder im Kreis Wesel und in Krefeld
Erfolgreich ist auch das Modellprojekt „TESDIGO – Teihabe stärken – digital und gesellschaftlich an der OGS“, das die SozialstiftungNRW mit knapp 100.000 Euro unterstützte. Das Konzept setzt präventiv an, indem es die Sicherheit von OGS-Kindern im Umgang mit Online-Angeboten fördert und das pädagogische Personal schult. Die OGS-Mitarbeiterinnen hatten festgestellt, dass schon in der Grundschule viele Kinder problematischen Inhalten in Sozialen Medien ausgesetzt sind, sagt Uta Schumann von der Internationaler Bund West gGmbH (IB West). Der Träger betreibt sechs OGS in Wesel, Moers, Dinslaken und Krefeld, an denen ein Jahr lang Kinder spielerisch einen sicheren Umgang im Netz einübten. Am Ende machten sie einen Digitalen Führerschein. Das Projekt sei so erfolgreich gelaufen, dass es nach der einjährigen Modellphase nun auf weitere OGS ausgeweitet werden solle, erklärt Projektleiterin Beate Apostel.
Die Sozialstiftung fördert über das Sonderprogramm „Digitale Teilhabe stärken“ gezielt die digitale Bildung junger Menschen.