Aktion Nachbarschaft e.V. aus Köln erhält Zuwendung für die Realisierung des Projektes: „Begegnungsinseln im Veedel - Vielfalt im Alltag sichtbar machen.“

Die Aktion Nachbarschaft e.V. erhält eine Förderung aus Mitteln der SozialstiftungNRW. Das Geld dient der Schaffung von Begegnungsinseln an Orten des Alltags (z. B. Wiesen, Bushaltestellen, Gemeinschaftsgärten) in den Kölner Stadtteilen Bickendorf, Müngersdorf und Bocklemünd. Dort können Menschen unterschiedlicher Herkunft, Generationen und Lebenslagen in Kontakt treten und miteinander ins Gespräch kommen. Der Stiftungsratsvorsitzende der SozialstiftungNRW, Marco Schmitz, übergab am Freitag in Köln einen Förderbescheid in Höhe von 409.000,00 Euro.

Pressemitteilung |

Köln. Die geplanten Begegnungsinseln schaffen offene, einladende Orte, die spontane Begegnungen und Austausch ermöglichen und positioniert sich im Einklang mit dem Diversity-Konzept der Stadt Köln „2020: Köln li(e)bt Vielfalt“.

Begegnung schafft Zusammenhalt: Projekt bringt Menschen im Stadtteil zusammen

Wie kann Zusammenhalt in Stadtteilen gestärkt werden, in denen unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinandertreffen? Ein neues Projekt setzt genau hier an: Es fördert den Austausch zwischen Menschen verschiedener sozialer und wirtschaftlicher Hintergründe und schafft Räume für Dialog und gegenseitiges Verständnis.

„Wir erleben im Alltag, dass Unterschiede oft zunächst trennen – genau deshalb freue ich mich mit der ausgesprochenen Förderung gezielt Gelegenheiten für Begegnung zu schaffen“, sagt Marco Schmitz. „Wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen, entstehen neue Perspektiven und gemeinsame Lösungen.

Die soziale Herkunft und der ökonomische Status stehen im Mittelpunkt des Projekts, da soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten den Zusammenhalt im jeweiligen Stadtteil zunehmend beeinflussen. Ziel ist es, Menschen aus unterschiedlichen sozioökonomischen Gruppen gezielt anzusprechen und miteinander in Kontakt zu bringen.

Mit sogenannten Begegnungsinseln schafft das Projekt eine kontinuierliche Präsenz vor Ort. Sie ermöglichen eine niedrigschwellige Ansprache und fördern den offenen Dialog zwischen den Teilnehmenden. Dabei entstehen Räume, in denen Menschen trotz unterschiedlicher Lebensrealitäten gemeinsame Anliegen entdecken – etwa das Bedürfnis nach Sicherheit, bezahlbarem Wohnraum oder einem guten Umfeld für ihre Kinder. Gemeinsame Alltagserfahrungen können so Brücken bauen, auch wenn zunächst Distanz, Unverständnis oder Vorbehalte bestehen.

Vielfalt als Herausforderung im Alltag

Vielfalt ist nicht automatisch ein Gewinn – sie kann auch verunsichern, überfordern oder als Belastung empfunden werden. Gerade in Stadtteilen mit sozialen Herausforderungen und wirtschaftlichem Druck werden Unterschiede im direkten Lebensumfeld häufig nicht als Bereicherung erlebt, sondern als Konkurrenz um knappe Ressourcen.

Das Projekt greift diese Realität auf und setzt bewusst im Alltag der Menschen an: Es schafft Räume, in denen Spannungen nicht verdrängt, sondern angesprochen und konstruktiv bearbeitet werden können.

„Mit den Begegnungsinseln im Veedel gehen wir dahin, wo Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, Lebensrealitäten und Erfahrungen im Alltag zusammenkommen und meist nur aneinander vorbeigehen, ohne dass daraus eine wirkliche Begegnung entsteht. Wir sind dort mit dem Lastenrad präsent, nutzen es als öffentlichen Tresen, sprechen Leute direkt an und schaffen mit einfachen, manchmal auch schrägen Aktionen im öffentlichen Raum einen Türöffner für Kontakt.“, sagt Udo Hanselmann, Vorstand von Aktion Nachbarschaft e.V. „So kommen Menschen miteinander ins Gespräch, die sonst oft nebeneinanderher leben. Genau daraus kann dann mehr werden: neue Kontakte, gemeinsame Ideen, kleinere Aktionen im Stadtteil oder Diskussionen über Themen, die viele beschäftigen, für die es sonst oft keinen Ort gibt.“

 

Zum Hintergrund:

Informationen zur SozialstiftungNRW

Die SozialstiftungNRW – mit gesetzlichem Namen Stiftung Wohlfahrtspflege NRW – ist eine Stiftung öffentlichen Rechts des Landes Nordrhein-Westfalen. 1974 als Sozialstiftung gegründet, erhält sie jährlich 24,5 Millionen Euro aus den Erlösen der Spielbanken in Nordrhein-Westfalen sowie rund 1,1 Millionen Euro aus den Lotterie- und Wetteinnahmen. Damit finanziert sie soziale Projekte der gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrtspflege und ermöglicht die Umsetzung innovativer Ideen. Bis heute hat sie rund 8.700 Vorhaben mit einer Fördersumme von einer Milliarde Euro unterstützt. Über die Auswahl der Projekte entscheidet der zehnköpfige Stiftungsrat. Er besteht zur Hälfte aus Parlamentariern, die vom NRW-Landtag entsandt werden. Jeweils zwei Mitglieder stellen die Spitzenverbände in der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege NRW sowie das Sozialministerium. Ein weiteres Mitglied stellt das Finanzministerium.

  

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