Leverkusener Kirche bietet wohnungslosen Menschen neues Zuhause

15 wohnungslose Menschen haben in der ehemaligen Kirche St. Thomas Morus in Leverkusen-Schlebusch ein neues Zuhause gefunden. Der Caritasverband Leverkusen betreibt dort seit Anfang Februar eine Wohneinrichtung. Das katholische Gotteshaus hatte leer gestanden, nachdem Pfarrgemeinden zusammengelegt worden waren. Die SozialstiftungNRW förderte den architektonisch anspruchsvollen Umbau des Kirchengebäudes zu Wohnungen und einem Quartierstreff mit insgesamt 476.000 Euro.

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Nach dem zweijährigen Umbau zogen Anfang Februar 15 wohnungslose Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen in das ehemalige Gotteshaus ein. Die 15 barrierefreien Apartments verfügen über eigene Bäder. Gekocht wird in drei Gemeinschaftsküchen. Außerdem steht den Bewohnerinnen und Bewohnern ein großer Gemeinschaftsraum mit Küche zur Verfügung. Hier sollen Veranstaltungen wie Kinoabende oder kreative Angebote stattfinden. Darüber hinaus entstanden im früheren Pfarrheim zwei Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen. Im einstigen Pfarrsaal wurde ein Quartierstreff für das Stadtviertel eingerichtet.

Thomas Morus in Leverkusen ist eines von zahlreichen durch die SozialstiftungNRW geförderten Kirchenumnutzungs-Projekten. Die Stiftung setzt sich gezielt dafür ein, aufgegebene Gotteshäuser als Orte zu erhalten, die der Gesellschaft dienen - etwa als Quartierszentren oder Wohneinrichtungen

Architektonisch anspruchsvoller Umbau

Blick nach oben in die ehemalige Kirche St. Peter Morus in Leverkusen mit hohen Backsteinwänden und schmalen Oberlichtern, die Tageslicht in den Raum lenken.
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Der Umbau der Kirche St. Thomas Morus war architektonisch besonders anspruchsvoll, da das 1962 erbaute Gotteshaus seit 1996 unter Denkmalschutz steht. Das äußere Erscheinungsbild musste weitgehend erhalten bleiben. Im Inneren konnten jedoch zusätzliche Stockwerke eingezogen werden. Außerdem wurde der frühere Altarraum des kleeblattförmigen Gebäudes nicht mehr überdacht und zum Innenhof gestaltet.

Die Kirche St. Thomas Morus war nicht mehr genutzt worden, nachdem 2016 ein tragender Dachbalken eingestürzt war. Das Erzbistum Köln entschied, das Gotteshaus nicht mehr zu sanieren und die dortige Kirchengemeinde der Pfarrei St. Andreas zuzuordnen. Der Caritasverband Leverkusen übernahm daraufhin das Gebäude. 2022 wurde die Kirche profaniert.