Internationaler Frauentag am 8. März

 Zukunftsperspektiven für junge Mütter

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Eine ungeplante Schwangerschaft kann junge Frauen in eine schwere Krise stürzen. Bedrohlich wird die Situation, wenn junge Schwangere mittellos, ganz auf sich allein gestellt oder gar obdachlos sind. Hilfe in solchen Fällen bietet die Wohngruppe MamaMia des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF) in Krefeld. Hier können junge Eltern Zukunftsperspektiven entwickeln.

Als Sarah* schwanger wurde, befand sie sich bereits in einer verzweifelten Situation: Die 23-Jährige hatte weder einen festen Wohnsitz noch Unterstützung durch die Familie. Ihre eigene Kindheit war durch schlechte Erfahrungen geprägt. Wie also sollte sie selbst ganz alleine ein Kind großziehen? Trotz dieser zunächst hoffnungslosen Situation lebt die junge Mutter heute in einer eigenen Wohnung und versorgt ihr Kind verantwortungsvoll. Möglich wurde das durch die Wohngruppe MamaMia des SkF in Krefeld.

Bis zu sechs Mütter oder Väter mit bis zu zwei Kindern wohnen in dem dreistöckigen Wohnhaus mit einem geschützten Innenhof im Krefelder Zentrum. Zum Großteil sind es alleinerziehende Frauen. Es leben dort aber auch Paare mit ihren Kindern oder alleinerziehende Väter. Die SozialstiftungNRW förderte die Ausstattung des Hauses mit 24.500 Euro.

Langfristige Lösungen für den Lebensweg als Familie

Als Sarah im achten Schwangerschaftsmonat in die Wohngruppe zog, erhielt sie nicht nur Hilfe rund um die Geburt. Die Mitarbeitenden der Einrichtung entwickelten auch Schritt für Schritt eine Zukunftsperspektive mit der jungen Mutter. „Im Mittelpunkt der Arbeit steht das strukturierte Clearingverfahren“, erklärt.Mareike van Eickels, Geschäftsführerin des SkF in Krefeld. „Ziel ist es, Orientierung zu geben, elterliche Kompetenzen zu stärken und tragfähige Perspektiven für ein sicheres Aufwachsen der Kinder zu entwickeln.“ Sarah gelang es mit Unterstützung des MamaMia-Teams, einen geregelten Tagesrhythmus zu entwickeln. Und sie lernte, sich und ihr Kind im Alltag zu versorgen.

MamaMia ist also weit mehr als eine Notunterkunft für junge Eltern mit ihren Kindern. „Über mehrere Monate hinweg wird die Eltern-Kind-Situation systematisch und multiprofessionell eingeschätzt“, erklärt van Eickels. „Es geht nicht um kurzfristige Lösungen, sondern um nachhaltige Klärung.“ In jedem Einzelfall würden das Bindungsverhalten zwischen Eltern und Kind sowie die Entwicklungsbedingungen differenziert betrachtet. Die Entscheidungsgrundlage für den weiteren Lebensweg der Familie werde dann gemeinsam mit Jugendämtern und anderen Fachstellen erarbeitet. Für Sarah stand am Ende dieses Prozesses der Umzug in die eigene Wohnung. Mit ambulanter Unterstützung schafft sie es nun, ihrem Kind ein sicheres Zuhause zu bieten.

Unsicherer Start wird zur Erfolgsgeschichte

In manchen Fällen zeigt sich aber im Laufe des Aufenthalts bei MamaMia auch, dass ein Zusammenleben von Mutter und Kind nicht möglich ist. So wie im Fall von Elena*. Die 16-Jährige bekam in der Einrichtung erstmals den Raum, ihre Wünsche und Gefühle unabhängig von den Erwartungen anderer zu reflektieren. Dabei stellte sie fest, dass sie sich der Verantwortung für ihr Kind noch nicht gewachsen fühlte. Am Ende entschloss sie sich, ihrem Kind das Aufwachsen in einer Pflegefamilie zu ermöglichen. „Diese Entscheidung wurde sorgfältig vorbereitet und fachlich begleitet“, betont van Eickels. Elena konnte den Übergangsprozess mitgestalten und wurde dabei emotional unterstützt. Ihr Kind fand ein stabiles Zuhause, während die junge Frau nun ihre schulische und persönliche Entwicklung fortsetzen kann. „So kann aus einem zunächst unsicheren Start eine kleine Erfolgsgeschichte werden“, sagt van Eickels.

*Name geändert