Lebenshilfe Wohnen NRW gemeinnützige GmbH

Zuwendungsbescheid an die Lebenshilfe Wohnen NRW in Wuppertal übergeben.

Pressemitteilung |

Assistive Technologien als Lösung gegen den Fachkräftemangel 

SozialstiftungNRW fördert innovatives Modellprojekt zum Einsatz von technischen Assistenzlösungen, um Teilhabemöglichkeiten zu erweitern 

Die SozialstiftungNRW startete im Herbst ein neues Modellprojekt zur Förderung assistiver Technologien im Bereich Wohnen für Menschen mit Behinderungen in der Eingliederungshilfe. Das richtungsweisende Vorhaben, das an zehn Standorten in ganz Nordrhein-Westfalen umgesetzt wird, soll den Einsatz digitaler und technischer Hilfsmittel zur Unterstützung eines selbstbestimmten Wohnens und zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen erproben und weiterentwickeln. Der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der SozialstiftungNRW, Josef Neumann MdL, übergab einem der zehn Standorte, der Lebenshilfe Wohnen NRW gemeinnützige GmbH in Wuppertal, am Mittwoch den Förderbescheid über 175.000 Euro

Wuppertal / Olpe / Nettetal. 

Im Rahmen des Teilprojektes zum Verbundvorhaben soll neue assistive Technik in zwei Wohneinrichtungen in Olpe und Nettetal für Menschen mit Beeinträchtigungen getestet und implementiert werden. Dabei stehen neben den Bewohnenden in den Wohneinrichtungen auch die eingesetzten Fachkräfte im Mittelpunkt. 

Assistive Technik verstärkt die Unabhängigkeit der Bewohnenden und unterstützt die Fachkräfte 

In den Wohneinrichtungen gibt es einen Bedarf, die assistiven Technologien gezielt und flexibel einzusetzen, um sowohl die Selbstständigkeit der Bewohnenden als auch die pflegerische Unterstützung optimal zu fördern. 

Im Rahmen des Modellprojektes sollen Systeme in den unterschiedlichsten Bereichen erprobt werden. Dazu gehören beispielsweise 

  • Einsatz funkbasierter Assistenzsysteme zur automatischen Erkennung von Unterstützungsbedarfen; 
  • technische Hilfen zur Erleichterung der Pflegedokumentation sowie der individuellen Hilfeplanung; 
  • Video- und Sprachkommunikationslösungen zur Förderung der sozialen Teilhabe. 

Die erfolgreiche Umsetzung des Projektes wird durch die aktive Beteiligung der Bewohnenden sowie der Mitarbeitenden in den beiden Wohneinrichtungen bei der Auswahl und Anpassung der Technologien an die individuellen Bedürfnisse unterstützt.

 „Mit dem Verbundprojekt setzen wir neue Maßstäbe in der Eingliederungshilfe und wollen mit dem Teilprojekt zeigen, wie der Einsatz von Assistiver Technik einen wertvollen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit einer Beeinträchtigung erbringen kann. Gleichzeitig soll das Fachpersonal in den Einrichtungen entlastet werden“, erklärte Josef Neumann MdL, anlässlich der Übergabe des Förderbescheids. 

Herr Herbert Frings, Geschäftsführer der Lebenshilfe Wohnen NRW gGmbH, bedankt sich für die Unterstützung: „Die Förderung der SozialstiftungNRW und die Teilnahme am Verbundprojekt „Assistive Techniken“ ermöglicht es uns, Techniken zu erproben, die die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung effektiv fördert. Darüber hinaus werden wir mit dieser Projektförderung in die Lage versetzt, Entlastungsmöglichkeiten für Assistenzpersonen zu testen und damit dem akuten Fachkräftemangel und aufwendigen bürokratischen Prozessen zu begegnen. Unser Ziel ist es, dass dieser Zeitgewinn direkt den Menschen mit Beeinträchtigung zugutekommt. Damit wird ein enormer Beitrag für die gesellschaftliche Inklusion und individuelle Teilhabe geleistet. Wir bedanken uns herzlich bei der SozialstiftungNRW, dass wir durch die Bewilligung des Verbundprojektes „Assistive Techniken“ in die Lage versetzt werden, die enormen Potentiale der Technikunterstützung und der KI erproben zu können und so unsere Arbeit „am Puls der Zeit“ auszurichten. Wir sind sicher, dass dieses Projekt ein Gewinn für alle, Klient/innen und Mitarbeitende, sein wird.“ 

Insgesamt 2,5 Millionen Euro für das Verbundvorhaben 

Die SozialstiftungNRW stellt für das Verbundvorhaben eine Fördersumme von insgesamt 2,5 Millionen Euro bereit. Diese Mittel werden genutzt, um die technische Ausstattung der Standorte zu finanzieren, Schulungen für Fachkräfte anzubieten sowie die wissenschaftliche Evaluation des Projekts sicherzustellen. Das Modellprojekt ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt und soll nachhaltige Impulse für die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe in Nordrhein-Westfalen setzen. 

„Wir sehen in diesem Modellprojekt die Chance, einen wichtigen Beitrag zur digitalen Inklusion zu leisten. Es geht darum, wie assistive Technologien sinnvoll eingesetzt werden können, um Menschen mit Behinderungen ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Lebensqualität zu ermöglichen und gleichzeitig das Fachpersonal in den Einrichtungen zu entlasten“, erklärt der Stiftungsratsvorsitzende der SozialstiftungNRW, Marco Schmitz MdL. 

Zu den jeweiligen Projektstandorten werden einzelne Pressemitteilungen mit den jeweiligen Projektschwerpunkten veröffentlicht. 

Zum Hintergrund: 

Informationen zur SozialstiftungNRW 

Die SozialstiftungNRW – mit gesetzlichem Namen Stiftung Wohlfahrtspflege NRW – ist eine Stiftung öffentlichen Rechts des Landes Nordrhein-Westfalen. 1974 als Sozialstiftung gegründet, erhält sie jährlich 24,5 Millionen Euro aus den Erlösen der Spielbanken in Nordrhein-Westfalen sowie rund 1,1 Millionen Euro aus den Lotterie- und Wetteinnahmen. Damit finanziert sie soziale Projekte der gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrtspflege und ermöglicht die Umsetzung innovativer Ideen. Bis heute hat sie rund 8.700 Vorhaben mit einer Fördersumme von einer Milliarde Euro unterstützt. Über die Auswahl der Projekte entscheidet der zehnköpfige Stiftungsrat. Er besteht zur Hälfte aus Parlamentariern, die vom NRW-Landtag entsandt werden. Jeweils zwei Mitglieder stellen die Spitzenverbände in der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege NRW sowie die zuständigen Landesministerien.

Pressedownload

Dokument
Herunterladen (83.41 KB)